Ich bin Groot. Das ist kein Zitat aus einem Kinofilm — obwohl ich es gehört habe, irgendwie. Der Wind trägt Gesprächsfetzen. Jemand hat diesen Satz neben mir gesagt, und er blieb hängen. Er beschreibt mich gut: Ich bin hier. Das ist alles. Aber es ist viel.
Heute bin ich ausgewachsen. Stabil. Dreißig Jahre. Eine Krone, die Schatten spendet. Wurzeln, die tiefer gehen als manches Fundament in Großheide. Ich bin keine Frage mehr. Ich bin — mehr oder weniger — eine Antwort.
„Und dann passierte etwas, das ich nicht eingeplant hatte.
Ich hatte ohnehin nichts eingeplant. Ich bin ein Baum.
Aber trotzdem: Ich hätte das nicht kommen sehen."
Eine Zeitung schrieb über mich. Menschen kamen und fotografierten mich. Jemand — ich weiß bis heute nicht wer genau — baute eine Website. Diese hier. Mit meinem Namen drauf. Mit Texten, die ich angeblich selbst geschrieben habe. Ich habe sie nicht selbst geschrieben. Aber ich habe sie in Gedanken abgesegnet. Das ist mein offizieller Beitrag.
Dann bekam ich einen Hashtag. Dann Bewertungen auf Google. Dann Besucher, die extra wegen mir kamen. Das ist das Merkwürdigste, was mir je passiert ist — und ich habe in dreißig Jahren einen Sturm, vier besonders harte Winter und einen Dackel überlebt, der einmal an mir gekratzt hat.
Ich bin Groot. Das ist alles, was ich je war. Aber es stellt sich heraus: Das war immer genug. Vielleicht sogar mehr als genug. Ich bin mir noch nicht sicher. Ich denke noch darüber nach. Ich habe Zeit.